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BHKW Anlage

Kraftwerk im Keller
Hotel Post-Faber produziert seinen eigenen Strom als „Abfall“ der Heizung
Die Lösung ist umweltfreundlich und wirtschaftlich lukrativ: Seit März hat das Hotel Post-Faber ein eigenes Kraftwerk im Keller, das Wärme und als „Abfall“ einen Großteil des eigenen Strombedarfs abdeckt.
Am Anfang stand die Entscheidung von Oskar Weeber: „Die alte Heizung muss raus.“ In der Tat war die mit Erdgas betriebene Anlage aus den Jahren 1972/75 „reif“ für den Wechsel zu einer zeitgemäßen Energieversorgung.
Rudi Ruhland von Creativbau hatte die Idee mit dem Blockheizkraftwerk, die Energiespezialisten Peter Halbritter (Energieberater und Chef der Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnikfirma Halbritter GmbH) und Klaus Lichtenfeld (Stadtwerke Crailsheim) setzten die Idee, Wärmeenergie und Strom im eigenen Haus zu erzeugen, in eine konkrete Planung um. Faszinierend war der Gedanke, neben der Wärmeversorgung eine eigene Stromproduktion aufzubauen, die einen Großteil des Bedarfs abdeckt.
Stand der Technik sind die vier Erdgas-Brennwertgeräte von Vaillant. Sie liefern auf Anforderung warmes Wasser für die 57 Hotelzimmer, die Küche und die Heizungsanlage. Der Clou sind aber die beiden Blockheizkraftwerksmodule von Ecopower: Sie erzeugen ein Drittel der kontinuierlich verbrauchten Wärmeenergie und liefern gleichzeitig Strom für das Hotel. „Die BHKW-Leistung ist so ausgelegt, dass wir an 7600 Stunden, also fast das ganze Jahr über, kontinuierlich die volle elektrische Leistung von neun kW abrufen können“, erklärt Peter Halbritter. Damit ist der Stundenverbrauch des Hotels komplett abgedeckt. Die Ecopower-BHKWs haben den Vorteil, dass sie modulierend unter energietechnisch günstiger Dauerleistung stehen.
Spannend ist die Energiekostenrechnung: Der Erdgas-Bezug bleibt mit 600000 kWh im Jahr fast gleich, auch wenn die Heizung von 300 auf 240 kW installierter Leistung reduziert wurde und mit den Brennwertgeräten ein Energiesparpotenzial von 15 bis 20 Prozent ausgenutzt wird. In den BHKW-Modulen wird mit Erdgas der Grundbedarf an Heizenergie und – quasi „als Abfall“ – Strom für das Hotel selbst produziert. „Damit sparen wir rund 1000 Euro allein bei den Stromkosten im Monat“, freut sich Jürgen Ruff, der kaufmännische Leiter des Hotels. Die Gesamtinvestition rechnet sich: Für den BHKW-Teil wird mit sechs bis acht Jahren Amortisationszeit kalkuliert. In 15 Jahren wird sich die Heizung mit Brennwerttechnik refinanziert haben.
Brennwerttechnik ist praktisch überall einsetzbar. Blockheizkraftwerke sind immer dann sinnvoll, wenn Wärmeenergie kontinuierlich abgenommen wird. Dann wird der Strom „fast kostenlos“ mitproduziert. „Hotels, Restaurants, Wohnanlagen und Wohnheime sind ideal für die BHKW-Technologie“, weiß Peter Halbritter. ks



Bildunterschrift:
Vier Brennwert-Thermen (oben) liefern auf Anforderung Wärme; die beiden Blockheizkraftwerksmodule (unten links) produzieren kontinuierlich Wärme und Strom. Zwei Warmwasserspeicher (rechts) und ein Pufferspeicher zur Laufzeitoptimierung komplettieren das „Kraftwerk“ im Post-Faber.

 

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